Eichhörnchen

Wir bedanken uns für die folgenden Ratschläge bei Familie Gallenberger von

 "www.eichhoernchen-notruf.de"

Notruf Nr. :0700-20020012

Bei der Aufzucht und Auswilderung von Eichhörnchen werden noch viele Fehler gemacht.

Wenn Hilfe suchenden Anrufern die richtigen Ratschläge gegeben werden, kann viel Leid verhindert werden. (siehe oben genannte Rufnummer).

Kaum jemand weiß, daß Eichhörnchenkinder das klettern erst erlernen müssen.

Ein Nest am Haus ist keine sichere Fichte, die die Jungtiere, mit ihren weichen Zweigen bei den ersten Kletterversuchen sanft auffängt.

Ebenso ist ein Jalousienkasten oder ein Balkon eine gefährliche Variante um Jungtiere großzuziehen und leider keine sichere Baumhöhle. Folge der unsicheren Nester ist, daß die Jungtiere auf den harten Boden fallen und im günstigen Fall sofort tot sind. Leider aber überleben einige Tiere  und haben die oft grausamere Alternative des langsamen und qualvollen Todes. 

Ein Abstürzen auf harten Boden bedeutet von anderen Verletzungen abgesehen, daß sich durch den harten Aufprall das Kiefer verschieben kann, was wiederum zu späteren Zahnfehlstellungen führt. Sofern die Mutter das Jungtier wieder ins Nest bringen und säugen kann, gibt es vorerst keine Probleme. Diese entstehen erst dann, wenn die Zähne wachsen und das Tier diese dann wegen der Verschiebung nicht abwetzen kann. Die Zähne wachsen bis in den Gaumen, bis das Tier qualvoll verhungert ist. Ein handaufgezogenes Tier muß deshalb vor dem Auswildern immer auf Zahnfehlstellungen kontrolliert werden. Falls ein Eichhörnchennest am Balkon oder Haus festgestellt wird, kann man mit einer Konstruktion aus einem wagerechten Fangtuch und einem senkrechten Stoff bis zum Boden ein zürückklettern des Jungtiers ins Nest ermöglichen und so ein hartes Abstürzen und die grausamen Folgen verhindern. Wenn man dann noch Futter und vorallem Wasser zur Verfügung stellt kann das Muttertier bei ihrem Nachwuchs beiben. Wir klären auch, ob der Nachwuchs hier eine zukünftige Überlebenschance hat. Notfalls versuchen wir ein Einfangen mit dem Muttertier und Auswildern am Waldrand in der Nähe einer Wasserstelle. Eichhörnchennachwuchs gibt es übrigens von Januar bis September.

Einige wenige Zahnfehlstellungshörnchen haben beim Eichhörnchennotruf in Eckernförde und mittlerweile im Münchner Tierheim  die Chance bekommen in einer riesigen Voliere zu leben und regelmäßig die Zähne gekürzt zu bekommen. Leider sind diese Projekte die Ausnahme und so in ihrer Aufnahmekapazität begrenzt.  Andere Tiere werden deshalb, bevor sie qualvoll sterben, oft human getötet.

Abgesehen davon, daß es verboten ist wilde Eichhörnchen  in Gefangenschaft zu halten, bedeutet es für die extrem bewegungsfreudigen Tiere eine Qual in zu kleinen Volieren leben zu müssen. Leider gibt es immer noch die Genehmigung gezüchteten Echhörnchen ein trauriges Leben in Gefangenschaft aufzuzwingen. Diese Tiere werden dann oft bissig und mit oder ohne Absicht gelangen sie in Wohngegenden in die ersehnte aber sehr karge Freiheit.  Auf der Suche nach Futter und auf den Menschen geprägt kommt so ein Tier auch in  die Wohnungen, wo es dann bei Mißverständnissen auch Menschen attakieren und kräftig zubeißen kann. Dann wird natürlich sofort vermutet, dass das verhaltensgestörte Tier Tollwut haben könnte und es wird getötet.

Auch einzeln handaufgezogene Findlinge, zeigen oft dieses Verhalten. Je nach Charakter gibt es Tiere, die kaum beißen, andere aber werden schneller agressiv. Deshalb ist es eines der wichtigsten Kriterien, nie Eichhörnchen einzeln aufzuziehen. Notfalls über ein Tierheim oder den Eichhörnchennotruf ein zweites Tier übernehmen oder die Abgabe des Einzelkindes an eine dieser Stellen. Es wurde übrigens noch nie ein einziger Fall von Tollwut bei einem Eichhörnchen in Deutschland festgestellt.

 

Beim Kampf um Futter und Nistmöglichkeit gehören Krähen, die in Wohngebieten nur wenige Fichten finden zu den Hauptfeinden der Jungtiere. Sie holen die Eichhörnchenbabys aus den Nestern, jagen und töten sie. Findelkinder die überleben, kommen dann häufig vom Regen in die Traufe, wenn sie in die Hände von unerfahrenen Menschen gelangen. Sie werden mit zu dicker Milch, Brei oder ähnlichem zu Tode gebracht.

Nicht nur diese falsche Erstversorgung ist tödlich, sondern der leichtsinnige Umgang mit chemischen Keulen hat oft schlimme Folgen bis zum qualvollen Sterben der Tiere.

Flohpuder ist kein Babypuder ! Flohpuder kann in die Schleimhäute gelangen kann und wenn nicht den baldigen Tod, ein späteres Sterben an Organschädigungen verursachen.

Das gleiche gilt für Frontline, das zwar bei der erwachsenen Katze, aber nie bei Eichhörnchen, Wildkaninchen, Feldhasen, Igeln  ect. angewandt werden darf. Generell gilt, Flöhe absammeln oder sparsam mit Biomitteln, das mit Wattestäbchen aufgetragen wird, arbeiten. Diese Problematik exestiert leider nicht nur bei Wildtieren.

Wir verwenden bei Eichhörnchen Petvital Verminec von der Firma Canina. Parasiten sterben langsamer als bei anderen Giften, aber die Eichhörnchen überleben ohne Organschädigungen. Nur bei erwachsenen- oder Jungtieren kurz vor der Auswilderung kann bei extremen Paarasitenbefall, sparsam 1 Tropfen Stronghold für Katzenwelpen, im Nacken verwendet werden. Vorsicht vor den gefährlichen Zähnen und Krallen !

 

Viele Probleme betreffen auch andere Wildtiere. Traurig ist auch, daß Jungtiere in Tierheimen, häufig nachts nicht gefüttert werden, was wiederum auch zu Schädigungen führt..

In den Auswilderungsvolieren wird oft nicht bedacht, daß in den Reservekobeln das Nistmaterial durch die Tiere feucht wird und deshalb häufig erneuert werden muß. Klingt komisch, aber Jungtiere können sich erkälten und brauchen es warm und trocken. Ideal ist Hanf ( Fa. Hugro ) mit zerschnittenen Fliesdecken ( Kik ). Im Wald gibt es trockene Plätze und anders wie im Wohngebiet eine extreme Vielfalt von Nahrung. In der Natur bleibt die Eichhörnchenmutter mind. bis zur 12. Woche und das Jungtier hat einen Kobel. Wir wildern nur gesunde Tiere und die nie vor der 12. bzw. Besser 14. Woche aus und geben auch die Möglichkeit anfangs in die Auswilderungsvoliere zurückzukommen. Diese muß nachts aber geschlossen und früh wieder geöffnet werden.

Zusätzlich kann man auch Schlafkästen aufhängen.  Verletzte Tiere kommen auch mal zurück, manchmal mit einem Stachel am Schwanz, was nichts anderes als das verlängerte Rückrat ohne Fell  ist, das beim Angriff eines Feindes übrig blieb. Dies muß dann vom Tierarzt abgezwickt werden.

Wir würden uns freuen, wenn unsere Mail ein bißchen informativ gewesen ist und sind auch für Anregungen empfänglich.

In Zukunft suchen wir auch Möglichkeiten einzelne behinderte Tiere in Großvolieren dauerhaft unterzubringen. Dringend benötigen wir für unsere gesunden, aber auch verwöhnten Eichis, Auswilderungsmöglichkeiten am Waldrand.

Die Möglichkeit dort zeitweise eine Auswilderungsvoliere aufzustellen, die von den dort wohnenden Tierfreunden am Waldrand  betreut wird, sollte bestehen. Unser Wunsch ist auch, daß die Tiere auch später noch ein bißchen Luxus durch Zufüttern genießen dürfen.

Ein Wissen über schonende Bekämpfung von Kokzidien ect., sowie verträgliche Medikamente erhalten Sie beim Eichhörnchennotruf.

Wir füttern übrigens mit nachfolgendem Rezept von der Familie Redl, die damit alle 5 Babys aus einem Wurf, je ca. 20 gramm leicht, ab der 1. Lebenswoche durchgebracht haben.

 

3 schwach gehäufte Eßlöffel Gimpet Cat Milk Muttermilchersatz,

3 gestr. Teelöfel Naturjoghurt, (in die abgekühlte Milch )

3 Teel. aus einem Bebivita Banane in Apfel, nur nach  4. Woche), sonst zu faserig.

Wenige Tropfen Multisanostol o.ä.ca. 1/2 Teelöffel

Wenige Tropfen Walnußöl,

evtl. zusätzlich 1/2 Teelöffel Honig ab der 4. Woche,

mit ca. 8 Eßlöffel Fencheltee verühren, und Bene Bac für die Darmflora.

alles muß dünnflüßig, fast wie Kuhmilch sein, ggf. mit Fencheltee noch verdünnen, da sonst  gefährliche Verdauungsprobleme folgen.

 

Wir setzen voraus. daß lebenswichtiges Urinstimulieren ebenso bekannt ist, wie ein Füttern mit entsprechenden kl. Spezialsaugern www.catstuff.de (weiche Silikonsauger gelocht für L- Injektionsspritzen ) die ein Verschlucken beim Trinken ausschließen.

Bis zum Auswildern in einer Auswilderungsvoliere brauchen die Tiere ein sehr vielfältiges Futterangebot um dann in der Natur zu überleben. Ein Muß sind Zapfen, Pilze Zweige, Triebe, Nüsse, Obst, Salat und und Nagerfutter. Häufig bekommen die Tiere auch noch in der Auswilderungsvoliere Abszesse, die beobachtet und ggf. behandelt werden müssen. Ausgewildert werden bei uns nur Tiere die sich sicher und schnell in den Bäumen bewegen können.

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